

Das Prager-Eltern-Kind-Programm ist eine Entwicklungsbegleitung für Eltern und ihre Babys ab der 6. Lebenswoche und durch das gesamte erste Lebensjahr.
Die PEKiP-Gruppe
Zu einer PEKiP-Gruppe gehören 6–8 Erwachsene mit ihren möglichst gleichaltrigen Babys. Die Gruppe ist geschlossen und bleibt möglichst während des ersten Lebensjahres zusammen. Die Gruppentreffen finden einmal pro Woche statt und dauern 1,5 Stunden. Diese Zeit beinhaltet auch das An- und Ausziehen der Kinder.
Die Gruppentreffen
Im PEKiP-Raum liegen Matten auf dem Boden, auf denen die Eltern und ihre Babys sitzen bzw. liegen. Der Raum ist gut beheizt, weil die Babys in den Spielstunden ausgezogen werden. Ein nackter Säugling bewegt sich spontaner und intensiver und hat mehr Hautkontakt zu den Eltern. Die Gruppenleiterin zeigt den Eltern Spielanregungen, die dem jeweiligen Entwicklungsstand des Kindes entsprechen. Dies geschieht überwiegend in Einzelgesprächen und ermöglicht den KursteilnehmerInnen auch Eigeninitiative zu entwickeln.Wichtig beim gemeinsamen Spiel ist, dass die Eltern die momentanen Bedürfnisse des Kindes beachten, d. h. mit ihm zu spielen, wenn es Spaß daran hat, es schlafen zu lassen, wenn es müde ist und ihm Nahrung zu geben, wenn es hungrig ist.
Die Schwerpunkte dieser Gruppenarbeit sind:
Für Eltern bedeutet die Teilnahme
an einem PEKiP-Kurs:
Die Entstehungsgeschichte des Prager-Eltern-Kind-Programms
Prag ist die Stadt, in der in den 50er und 60er Jahren der Psychologe Dr. Jaroslav Koch am „Institut für Mutter und Kind“ gearbeitet und geforscht hat. Er hat Bewegungs– und Sinnesanregungen für Babys im ersten Lebensjahr zusammengestellt, mit denen er die Entwicklung begleitet hat. Im Gegensatz zur herkömmlichen Säuglingsgymnastik, bei der die Kinder eher passiv bewegt wurden, hat Koch die Babys zur aktiven Bewegung angeregt. Er stellte seine Erfahrungen 1969 auf einem Kongress in Tübingen vor. Die Bochumer Diplom- Psychologin Frau Prof. Dr. Christa Ruppelt war von und suchte nach Wegen, seine Anregungen für junge Eltern in Deutschland umzusetzen. Eltern hat J. Koch in seinem Institut einzeln angeleitet, mit ihrem Baby zu spielen und es zu Bewegungen anzuregen. Christa Ruppelt hat mit ihrem Mann Hans und Kolleginnen aus den pädagogischen und sozialpädagogischen Fachgebieten die heute üblich Form der Gruppenarbeit mit 6-8 Elternteilen und ihren Babys entwickelt. Je ein Elternteil - meist die Mutter - kommt mit ihrem Säugling zu den regelmäßig stattfindenden Gruppentreffen.
Kinder haben an den Spielen Spaß, wenn sie wach und aufnahmefähig sind, d. h. die Schlaf- und Wachphasen sollten berücksichtigt werden. Die Babys werden zum Gruppentreffen nicht geweckt und es wird nur mit ihnen gespielt, wenn sie mitmachen und zeigen, dass sie auch Spaß daran haben, in den Zeiten, in denen die Kinder sich ausruhen, haben die Erwachsenen Zeit zum Gespräch miteinander. Grundsätzlich ist PEKiP für alle Babys und deren Eltern offen.
Programm im eigentlichen Sinn ist PEKiP nicht; es wird nichts Feststehendes abgespult, es wird auch kein „Unterhaltungsprogramm“ geboten. Das PEKiP ist eher ein Konzept, eine Möglichkeit, für Eltern und Babys in einer Gruppe miteinander zu wachsen und voneinander zu lernen. Diese besondere Idee und Gruppenzusammensetzung wurde erstmals 1973 von Christa Ruppelt als Kurs an einer Familienbildungsstätte angeboten. Das Pädagogen- Team um Frau Ruppelt wurde in den Anfangsjahren wissenschaftlich begleitet von ihrem Mann Prof. Dr. Hans Ruppelt, der als Erziehungswissenschaftler an der Gesamthochschule Wuppertal tätig war. Er hat begleitend verschiedene Untersuchungen zum begleitend verschiedene Untersuchungen zum PEKiP durchgeführt und veröffentlicht. Der Name „PEKiP“ ist erst 1978 entstanden; seit dieser Zeit gibt es auch die spezielle Zusatzausbildung für pädagogische Fachkräfte. Seit 1992 ist der Begriff patentrechtlich geschützt, d. h. PEKiP-Kurse dürfen nur von speziell ausgebildeten PEKiPGruppenleiterInnen angeboten werden.